1967 regte Landrat Lindhuber die Errichtung einer Oberschule im damaligen Landkreis Parsberg an, um die ,,schulgeographische Lücke" zwischen den weit entfernten Standorten Neumarkt, Regensburg, Eichstätt und Kelheim mit unterdurchschnittlichen Übertrittsquoten zu schließen.

1969 beantragte der Kreistag des Landkreises Parsberg unter Vorsitz des stellvertretenden Landrats Weidinger beim Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus die Errichtung eines Gymnasiums.

1970 schlug die Regierung der Oberpfalz für die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans die Errichtung eines Gymnasiums im Landkreis Parsberg vor. Das Kultusministerium stimmte dem Antrag zu.

1971 beschloss der Kreistag des Landkreises Parsberg unter Leitung von Landrat Spitzner die Errichtung eines Gymnasiums zu Beginn des Schuljahres 1971/72. In der Standortfrage entschied das Ministerium gegenüber Mitbewerber Hemau zugunsten von Parsberg. Mit KME Nr.11/12 -9/62435 vom 26.5.1971 gab Kultusminister Hans Maier die Errichtung des Gymnasiums Parsberg als Mathematisch-Naturwissenschaftliche Anstalt mit den Klassen 5-10 bekannt.

Schuljahr 1971/72

Das Gymnasium nahm den Schulbetrieb auf 100 Schüler wurden in 3 Klasszimmern der eh. Landwirtschaftlichen Berufsschule (Flachbau) (heute Förderschule) unterrichtet. Sport war in der neuen Realschul-Turnhalle, das Schwimmbecken konnte schon damals gemeinsam mit anderen Schulen der Umgebung genutzt werden. Zunächst hatten Schulleiter Hofmaier und sein Stellvertreter Ferdinand Stangl nur einen weiteren hauptamtlichen Lehrer zur Seite und waren auf Aushilfen aus Grund-/Haupt-/Heimvolksschule und durch die örtliche Geistlichkeit angewiesen. Im Dezember 1971 wurde der Verein der Freunde und Förderer des Gymnasiums Parsberg e. V. gegründet. Das Kultusministerium genehmigte im Juni 1972 einen Neusprachlichen Zweig.

Schuljahr 1972/73

Das größer gewordene Gymnasium belegte nun die ganze eh. Landwirtschaftliche Berufsschule. Die Ölkrise bewirkte im Februar 1973 die Einführung der Fünftagewoche. Im April erfolgte der erste Spatenstich für den Neubau des Gymnasiums (1. Bauabschnitt) durch Landrat Bauer.

Schuljahr 1973/74

Mit 309 Schülern in 9 Klassen war das Gymnasium so stark gewachsen, dass es neben der Landwirtschaftlichen Berufsschule nun auch einen Teil der durch einen Gang angebundenen eh. Landwirtschaftsschule (heute Zweigstelle der Realschule) belegen musste.

Schuljahr 1974/75

Das Gymnasium erstreckte sich nun ganz auf die beiden landwirtschaftlichen Schulgebäude. Im September 1974 konnte man mit prominenten Gästen (Landrat, Kreistag, Ministerialbeauftragter) am Neubau Richtfest feiern.

Schuljahr 1975/76

Der Neubau konnte schrittweise bezogen werden: Im September 1975 waren 4 Klasszimmer und die Doppelturnhalle fertig, zum Jahresende war der Umzug abgeschlossen. Den Vollausbau der Schule (Errichtung einer Kollegstufe) genehmigte das Kultusministerium im April 1976.

Schuljahr 1976/77

Nach einer Zweckvereinbarung mit dem Landkreis Regensburg (Januar 1977) übernimmt dieser neben dem Sachaufwandsträger Landkreis Neumarkt alle Betriebskosten des Gymnasiums im Verhältnis der Schülerzahl aus seinem Einzugsgebiet. Seit März 1977 konnten die Schüler den Sportplatz (Kampfbahn C) benutzen.

Schuljahr 1977/78

Wieder Baulärm am Gymnasium! Die Arbeiten zum 2. Bauabschnitt (Kollegstufentrakt) starteten im April 1978.

Schuljahr 1978/79

Die Schülerzahlen waren schneller gestiegen, als die Bauarbeiten voranschritten! 6 der 21 Klassen plus (erstmals) K 12 mussten in die Landwirtschaftsschule ausgelagert werden. 720 Schüler besuchten nun schon das Gymnasium. Im Februar 1979 wurde die Schulpartnerschaft mit Ceyrat/Frankreich aufgenommen.

Schuljahr 1979/80

Ende der Auslagerung! Die Kursräume des Kollegstufentraktes konnten zu Schuljahresbeginn, die Fachräume zum Halbjahr bezogen werden. Im Mai 1980 legten die ersten Kollegiaten in Parsberg ihr Abitur ab.

Schuljahr 1980/81

Das Gymnasium war für die inzwischen 800 Schüler in 22 Klassen plus K 12/13 schon wieder zu klein geworden! Drei Fachräume mussten zu Klasszimmern umfunktioniert werden. Im März 1981 weihte Kultusstaatssekretärin Berghofer-Weichner das Gymnasium ein.

Schuljahr 1984/85

Der Schüleraustausch mit Vic-le-Comte / Frankreich wurde im Oktober 1984 aufgenommen.

Schuljahr 1990/91

Im November 1990 wurde der 3. Bauabschnitt in Angriff genommen: Durch Aufstockung des Kollegstufentraktes sollten 12 zusätzliche Klasszimmer sowie ein Computerraum geschaffen werden, das Lehrerzimmer musste vergrößert werden. Letzteres war zu Schuljahresende bezugsfertig.

Nach zwei Jahrzehnten an der Spitze des Gymnasiums Parsberg ging Oberstudiendirektor Hofmaier zum 1. August 1991 in Pension. Zum Nachfolger berief Kultusminister Hans Zehetmair Dr. Herwig Säckl.

Im Juli 1992 erfolgte ein Schüleraustausch mit Castle Rock/Colorado (USA).

Schuljahr 1992/93

Der 3. Bauabschnitt konnte zu Schuljahresbeginn bezogen werden.

Schuljahr 1993/94

Das inzwischen auf 887 Schüler in 25 Klassen plus Kollegstufe angewachsene Gymnasium hatte schon wieder Raumprobleme anzumelden: Vor allem fehlen die bereits 1991 genehmigte (!) dritte Turnhalle und ein zweiter Sportplatz.

Letzter Schultag für den stellvertretenden Direktor Dr. Stangl im Juli 1994! Auch er trat in den wohlverdienten Ruhestand. Sein Nachfolger ist Studiendirektor Siegfried Dexl.

Schuljahr 1995/96

Wegen der ständig steigenden Schülerzahlen wird es am Gymnasium wieder eng. An der Bushaltestelle Schulzentrum ist eine Wartehalle errichtet worden. Eine Schulpartnerschaft mit Prag/Tschechien entsteht.

Schuljahr 1996/97

Im November 1996 findet ein Lernmethodik-Seminar, im April 1997 der erste Berufsbasar statt, Kontakte zur Universität Regensburg werden geknüpft – man hat die Zeichen der Zeit schon lange vor den Veränderungen im Zusammenhang mit der Einführung des G 8 erkannt.

Schuljahr 1997/98

Das Gymnasium beteiligt sich erstmals am internationalen Bildungsprojekt COMENIUS im Rahmen von SOKRATES. Im April 1998 beginnt der lange herbeigesehnte Bau der dritten Turnhalle und anlässlich des „Festes der Jugend“ der bayerischen Staatsregierung kommen Ministerpräsident Stoiber und mehrere Mitglieder seines Kabinetts an die Schule.

Schuljahr 1998/99

Mehr als 1000 Jungen und Mädchen lernen nun in dem räumlich auf 850 Schüler ausgelegten Gymnasium, die Raumprobleme (Klassen- und Kurszimmer, naturwissenschaftliche Lehrsäle, Bibliothek, Verwaltung) werden immer deutlicher.

Zu Schuljahrsbeginn bricht auch hier das Internet-Zeitalter an mit einem Computerraum mit 16 Arbeitsplätzen und je einem PC für Bibliothek, Schülerzeitung und Lehrerzimmer. Zum Schuljahresende verlassen zwei Persönlichkeiten das Gymnasium Parsberg, die man dort nur äußerst ungern scheiden sieht: Oberstudiendirektor Säckl übernimmt an seinem Wohnort Regensburg die Leitung des Albrecht-Altdorfer-Gymnasiums, sein Stellvertreter Dexl wird Chef des Johann-Michael-Fischer-Gymnasiums Burglengenfeld. Zu Nachfolgern beruft das Kultusministerium Karl-Heinz Bruckner als Schulleiter und den bisherigen Mitarbeiter im Direktorat Dr. Wilfried Ernest als „Vize“.

 Schuljahr 1999/2000

Im Oktober 1999 wird die dritte Turnhalle eingeweiht.

Schuljahr 2000/01

Die Ausstattung des Gymnasiums wird den Erfordernissen einer modernen Schule angepasst: Ein zweiter Computer-/Multimediaraum wird im ehemaligen Sprachlabor eingerichtet, hinzu kommen u. a. PC-Nester mit Internetanschluss für Schüler, mobile Computereinheiten mit Beamern zum Einsatz in den Klassenzimmern sowie neue Geräte für die Schulverwaltung. Bereits bestehende Kontakte mit der Wirtschaft werden intensiviert - eine Lehrkraft wird für ein Jahr vom Unterricht freigestellt, um bei MAN ein Praktikum zu absolvieren.

Schuljahr 2001/02 ff.

Die Folgen des PISA-Schocks erfassen auch das Gymnasium Parsberg: Begriffe wie Schulentwicklung, Qualitätsmanagement, interne und externe Evaluation, Pilotprojekte, Profilbildung, SAM (schüleraktivierende Unterrichtsmethoden), Präsentations- und Moderationstechniken, Schülerbetreuung am Nachmittag, „Unternehmen Schule“ etc. prägen die nächsten Jahre. Gemäß dem Paulus-Wort „Prüfet alles und behaltet das Gute!“ (1 Thess. 5,21) zeigt sich, dass hier und da Neues gewagt werden muss, oft aber Bewährtes bewahrt und weiterentwickelt werden kann, wie es im Laufe der 30 Jahre des Bestehens der Schule kontinuierlich geschehen ist.

Schuljahr 2002/03

Mit der spätbeginnenden (11. Klasse) Fremdsprache Spanisch erweitert das Gymnasium von nun an sein Fächerangebot. An der Bahnhofstraße auf  Höhe der Turnhallen ist eine zusätzliche Bushaltestelle entstanden und bringt die aufgrund der gestiegenen Schülerzahlen im Schulzentrum erforderliche Entzerrung. Für mehr Sicherheit sorgen jetzt auch ältere Gymnasiasten, die von der Polizei zu Buslotsen ausgebildet werden und die Aufsichten durch Lehrer unterstützen.

Schuljahr 2003/04

Das Gymnasium Parsberg hat nun einen eigenen Schulpsychologen. Am 6. November 2003 kündigt Ministerpräsident Stoiber die Einführung des achtjährigen Gymnasiums (G 8) an – die Planungen dafür beginnen: Bauliche Veränderungen, insbesondere die Errichtung einer Mensa, erweisen sich als unumgänglich, im Zusammenhang erhofft man eine Linderung der Raumnot. Eine Firma „Schülercafé“ wird konzipiert. Die schon länger gewünschte Umgestaltung des Pausenhofes als Teil eines Lebensraumes Schule gewinnt an Aktualität.

Schuljahr 2004/05

Das G 8 startet mit den Jahrgangsstufen 5 und 6.

Schuljahr 2005/06

Spanisch kann nun auch als dritte Fremdsprache ab Jahrgangsstufe 9 (im G 9) erlernt werden. Das Gymnasium beteiligt sich am Schulversuch Seminare in der Oberstufe des G 8. Im Frühjahr 2006 beginnen die Bauarbeiten für den Mensatrakt.

Letzter Schultag für den stellvertretenden Schulleiter Dr. Ernest im Juli 2006 – er trat in den wohlverdienten Ruhestand. Seine Nachfolgerin ist die bisherige Mitarbeiterin im Direktorat Dr. Beate Panzer.

Schuljahr 2006/07

Die Computerausstattung wird komplett erneuert. Im März geht die neue Mensa in Betrieb, im neuen Trakt kommen auch das Schülercafé und die vergrößerte Schülerlesebücherei unter. Ein zusätzlicher naturwissenschaftlicher Lehr- und Übungssaal steht zur Verfügung. Unter dem Motto „Coolrider heißt hinschauen statt wegschauen“ unternehmen Schüler Verantwortung für mehr Sicherheit am Bahnhof. Zum Schuljahresende wechselt Oberstudiendirektor Bruckner als Chef ans Neue Gymnasium Nürnberg. Als Nachfolger beruft das Kultusministerium Eckard Fruhmann, der von 1980 bis 2000 am Gymnasium Parsberg gewirkt hatte, zuletzt als Mitarbeiter im Direktorat, seither war er „Vize“ am Johann-Michael-Fischer-Gymnasium Burglengenfeld. Man hatte ihn 2000 nur äußerst ungern scheiden sehen.

Schuljahr 2007/08

Die Gestaltung der durch den Erweiterungsbau in Mitleidenschaft gezogenen Außenflächen sowie des Pausenhofs wird in Angriff genommen.

Schuljahr 2008/09

Das G 8 ist in Jahrgangsstufe 10 angelangt. Mit 1079 Schülern – Tendenz steigend – besuchen so viele Schüler das Gymnasium Parsberg, dass das Thema Raummangel erneut akut wird. An der „neuen“ Bushaltestelle entsteht ein Wartehäuschen. Ein Schüleraustausch mit der spanischen Stadt Trujillo und der Providence High School Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina wird aufgenommen.
Die stellvertretende Schulleiterin Dr. Beate Panzer verlässt mit Schuljahrsende das Gymnasium Parsberg, um die Leitung des Johann-Michael-Fischer-Gymnasiums Burglengenfeld zu übernehmen, der bisherige Mitarbeiter im Direktorat Josef Gloßner tritt ihre Nachfolge an.

Schuljahr 2010/11

Rekordschülerzahl am Gymnasium Parsberg: 1143

Das zusätzliche Nebeneinander von alter und neuer Oberstufe kann ohne Auslagerung nur bewältigt werden durch eine äußerst ökonomische Raumausnutzung, die weite Wege auch zwischen Doppelstunden nach sich zieht. Im Schuljahr 2010/11 wurde eine Schulpartnerschaft mit regelmäßigem Schüleraustausch vereinbart mit dem französischen Collège Raymond Vergès in La Possession auf der Insel La Réunion im Indischen Ozean. Mit dem Collège Condorcet in Puy-Guillaume nimmt das Gymnasium Parsberg zudem eine dritte Schulpartnerschaft mit Zentralfrankreich auf, um einen jährlichen Austausch mit der Auvergne zu sichern. Im Rahmen eines Partnerschaftsprojekts mit dem benachbarten Truppenübungsplatz beginnen Kontakte zur High School Hohenfels. Die alte Doppelturnhalle wird einer Generalsanierung unterzogen.

 Schuljahr 2011/12

Mit einer weiteren spanischen Schule in San Fernando werden Kontakte geknüpft, um einen jährlichen Austausch mit diesem Land zu ermöglichen.

 Schuljahr 2012/13

 In der 5. Jahrgangsstufe gibt es erstmals eine gebundene Ganztagsklasse.  Fast alle „Mittagsbusse“ stehen um 13.10 Uhr bereit. Dadurch können lange, nutzlose Wartezeiten für mehrere hundert Schüler des Schulzentrums und ein gefährlicher „Run“ auf die einfahrenden Busse vermieden werden. Die Computerausstattung wird modernisiert.  Erste Planungen für eine Generalsanierung laufen an: Voraussichtlich ab 2016 werden umfangreiche Bauarbeiten das dann 40 Jahre alte Gebäude auf den neuesten Stand bringen und somit das „Landgymnasium mit besonderer Qualität“ (Landrat Albert Löhner/Neumarkt) fit für die Zukunft machen.

 

Theo Emmer