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Als wir mit den Bussen nach Flossenbürg fuhren, war die Stimmung noch rege und lustig. Doch im KZ angekommen, machte sich eine eher bedrückende Atmosphäre breit.

Obwohl nicht mehr viel von dem KZ steht, konnte man sich ein gutes Bild machen. Die Führungen begannen auf dem Vorplatz. Obwohl wir alle warm angezogen waren, froren wir, was die Vorstellung, dass hier die Gefangenen nackt oder mit nur einem etwas dickerem Hemd, im Winter oftmals stundenlang still stehen mussten, noch schlimmer machte.

Uns wurde erzählt, dass am Anfang, 1938, in Flossenbürg nur Verbrecher und Asoziale (natürlich nach Einschätzung der Nationasozialisten) eingesperrt wurden, während die Bewohner von Flossenbürg eher konservativ eingestellt waren. So wollten die Nazis einen gerechten und angemessenen Eindruck bei den Leuten machen.  Später dann wurden aber auch andere in Gefangenschaft genommen, die nicht den Vorstellungen der Nazis entsprachen, z.B. Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter.
Wir wurden dann in einen Duschraum geführt. Im Vorraum wurden den Gefangenen all ihre Besitztümer abgenommen. Dort wurden sie auch ihrer Kleider entledigt und kahl rasiert, damit sie gleich aussahen und ihnen gezeigt wurde, dass sie nichts Einzigartiges bzw. keine Individuen mehr seien.

In dem Duschraum erzählte uns die Führungsleiterin dann, dass hier die Leute aneinander gedrängt standen, während Kappos (auch Gefangene, die aber einen Sonderstatus im KZ hatten und die „Drecksarbeit“ der SS-Leute erledigten) das Wasser der Duschen abwechselnd kalt und heiß drehten. Einigen Kappos gefiel ihre Arbeit, aber sicher nicht allen, einige wollten auch helfen. Der Grund warum ein paar von ihnen diese Greueltaten trotzdem durchführten, war auch, weil sie selber Gefangene waren und ihr eigenes Leben schützen wollten. Nach dieser Prozedur bekamen die Gefangenen eine fünfstellige Nummer, die sie sich sofort merken mussten und zwar auf Deutsch (für die meisten eine fremde Sprache). Vergaßen sie diese Nummer, wurden sie geschlagen.

Nachdem wir diesen Bereich wieder verlassen hatten, waren wir in einem Raum, der Dokumente und Geschichten einzelner Gefangener zeigte. Dort durften wir uns umschauen. Es war interessant zu sehen und zu lesen, wer die Gefangen waren und was sie früher für ein Leben hatten.

Danach sind wir dann noch in die Einzelzellen gegangen. Diese waren zwar relativ groß, aber man erzählte uns, dass die Leute hier in den Zellen gequält und gefoltert wurden. Die Zellen waren verdunkelt, sodass man nicht wusste, welche Tageszeit gerade war. Man hörte auch nur die Schreie seiner Mitgefangenen in den Nachbarzellen. In den Baracken der Gefangenen war es sehr eng. Man musste sich oftmals zu viert ein Bett in einem Stockbett teilen.

Auf der Kleidung der Gefangenen wurde ein Symbol aufgenäht, welches zeigte, welcher „Rasse“ man angehörte bzw. welche ethnische Zugehörigkeit man hatte.  So konnten die SS-Leute sofort sehen, mit wem sie es zu tun hatten.

Zum Ende der Führung begaben wir uns noch zum Krematorium. Dort wurden die Leichen der Gefangenen verbrannt. Da es Winter war, durften wir nicht hinein. Aber auch die Vorstellung reichte aus um uns die Grausamkeit aufzuzeigen.

Wir gingen auch noch zu dem Steinbruch, wo die Gefangenen arbeiten mussten. Zu sehen wie viele bei der Arbeit verunglückten und unter welchen Bedingungen, die Arbeit gemacht werden musste, war erschreckend: die Gefangenen bekamen zum Beispiel trotz der kräftezehrenden Arbeit nur eine dünne Suppe zum Essen und mussten ohne Sicherheitskleidung Granit abbauen.

An das KZ angeschlossen war noch eine Sonderaustellung zu den Nazi-Ärzten. Dort zu sehen, was damals für Greueltaten ausgeführt wurden, war bedrückend und auch beängstigend.


Ausblick auf das KZ

Jenny Gspahn,10c

© 2017 Gymnasium Parsberg